neuer Blog über Korea

Der neue Blog “Hier drüben in Korea…” wird von einer deutschen Studentin geschrieben, die derzeit eine gewisse Kampfart in Südkorea trainiert. Prädikat: Empfehlenswert!

Man klicke hier: http://kksteffi.wordpress.com/

1 Comment

Neue Webseite online

Das Taekkyon Zentrum Hamburg (früher “Taekkyon Zirkel Hamburg”) hat eine neue Webseite! Ich finde das Design wunderbar. Individuell, passend, liebevoll :)

Vielen Dank an die Designer und Webentwickler Jaqueline Patzek und Wasilij Gubenko, die eine Menge ihrer Freizeit investiert haben!

Man klicke hier und staune :)

http://hamburg.taekkyon.de/

No Comments

Kumdo, Gumdo, Geomdo – Schwertkampf auf Koreanisch

Kendo ist eine japanische Kampfkunst, die mit Schwert-Weg übersetzt werden kann. In Korea ist Kendo sehr beliebt. Korea ist sogar nach Japan die erfolgreichste Nation in Wettbewerben dieser Kampfkunst. In Korea nennt man diese Kampfkunst aber nicht Kendo, sondern Geomdo. Das kommt daher, dass man in Korea genau wie in Japan chinesische Zeichen für Begriffe mit chinesischem Ursprung benutzen kann. Wenn ein Koreaner diese Hanja genannten Zeichen liest, spricht er sie entsprechend seiner Sprache aus und auf Koreanisch heißt Schwert eben Geom und nicht Ken.

Geomdo ist die Schreibweise nach der revidierten Romanisierung (RR), die seit 2000 die offizielle Umschrift für die koreanische Sprache in Südkorea ist. Auf Koreanisch schreibt man das Wort mit den phonetischen Buchstaben 검도. Der Vokal der ersten Silbe ist dasㅓ. Dies ein offenes o, wie es z.B. im deutschen Wort “komm” vorkommt. Die Aussprache von Geom ist fast genau wie die von komm, der Anfangskonsonant ist lediglich etwas weicher als unser k und etwas härter als unser normales g.

Häufig liest man zwar die Romanisierungen Gumdo, Kumdo, Kǒmdo oder Komdo, aber sie werden alle gleich ausgesprochen. Keinesfalls wird das u wie ein deutsches u ausgesprochen, denn es wird im Koreanischen auch nicht mit u geschrieben. Mit u hieße es 굼도, das ㅜ in der Mitte der ersten Silbe (unter dem ᄀ) ist ein u. Das ᄆ ganz unten ist logischer Weise ein m ;) .

Gleiches gilt für die Schreibweise der Schwertkampfkunst Haidong Gumdo (해동검도), die nach RR „Haedong Geomdo” geschrieben wird.

Das traditionelle chinesische Zeichen (Hanja), welches in Korea für Schwert benutzt wird, ist 劍. Das chinesisch-vereinfachte Pendant ist 剑 und das japanisch-vereinfachte Kanji ist 剣. Das Hanja für Weg ist 道, Geomdo wird also in Korea mit Hanja 劍道 geschrieben.

2 Comments

Taekwondo und Taekkyon

Da immer wieder die gleichen Fragen zum Verhältnis von Tae Kwon Do (TKD) und Taekkyon auftauchen, fasse ich hier mal einige FAQ zusammen

 

Frage: Hat modernes Tae Kwon Do-Training (in Deutschland) Einflüsse aus dem Taekkyon (zum Beispiel in den Formen)?

Antwort: Das kann man kurz und knapp mit “Nein” beantworten. Taekkyon hat zwar indirekt ein wenig auf das Tae Kwon Do (egal welche Stilrichtung) abgefärbt, aber die beiden Kampfarten sind immer noch sehr unterschiedlich. Besonders die Formen könnten unterschiedlicher nicht sein. Im Taekkyon kommen in allen Formen viele verschieden Tritte von den Knöcheln bis zur Kopfhöhe vor, während es im Vergleich zum TKD nur relativ wenige Handtechniken gibt. Die TKD-Formen (Hyeong, Teul und Pumsae) bestehen hingegen zum größten Teil aus Handtechniken, während nur relativ selten und relativ wenige verschiedene Tritte vorkommen.

Frage: Wo liegen die technischen Unterschiede zwischen Taekkyon und Taekwondo?

Antwort: Die beiden Stile unterscheiden sich schon auf den ersten Blick recht stark, da die Bewegungslehre jeweils vollkommen anders ist. In der Selbstverteidigung verschwinden die Unterschiede zwischen allen Kampfarten natürlich grundsätzlich immer. Die folgenden Punbkte beziehen sich also hauptsächlich auf den Bereich der Grundtechnik.

  • Im Taekkyon benutzt man einen rhythmischen Grundschritt (Pum-Balkki), der ein Dreieck als Grundform hat. Diesen tänzerisch wirkenden Grundschritt gibt es im TKD grundsätzlich nicht.
  • Generell gesprochen ist Taekkyon fließend und Tae Kwon Do zackig. Taekkyon ist eine zivile Kampfkunst, Tae Kwon Do kommt dagegen aus dem Militär und diese Wurzeln sind auch dann noch erkennbar, wenn es im zivilen Bereich geübt wird. Z.B. werden Kommandos im Tae Kwon Do militärisch “streng” gegeben, in manchen Vereinen darf man während des Trainings nicht lachen und man verbeugt sich wie im koreanischen Militär. Im ITF-Stil schreitet man sogar im soldatischen Stechschritt in eine Wettkampfhalle ein. Generell herrscht in vielen TKD Vereinen eine militärisch anmutende Disziplin, während es im Taekkyon lockerer zugeht (“sportliche Disziplin”).
  • Im Taekkyon wippt man auf eine charakteristische Art in den Knien (Gumsil). Diese Bewegung gibt es im Tae Kwon Do nicht. In den Formen des ITF-Taekwon-Do gibt es allerdings seit den 1980er Jahren eine Bewegung, die entfernt vergleichbar ist (“Sinuswelle”).
  • Im Taekkyon gibt es viele tiefe Tritte und Feger, die auf die Beine zielen (Ttanjuk-su). Diese Tritte lernt man immer als erstes, direkt nach dem Grundschritt, sie sind von elementarer Bedeutung für das Taekkyon. Im Tae Kwon Do gibt es sie zwar grundsätzlich auch, sie stehen aber nicht derart im Vordergrund wie im Taekkyon und werden in manchen Vereinen gar nicht trainiert (das gilt für Korea und Deutschland gleichermaßen). Einige der tiefen Techniken werden in keinem TKD-Stil geübt, da sie sich aus dem traditionellen Taekkyon-Wettkampf entwickelt haben. Beispiele hierfür sind Batjang Chigi und Gakkeum Dari. Diese Techniken kommen sogar vermutlich in keiner anderen Kampfkunst vor, ich habe sie jedenfalls bisher nur im Taekkyon gesehen. In allen TKD-Stilen spielen tiefe Fußtechnik in der Grundtechnik, im Wettkampf und in den Formen nur eine untergeordnete Rolle. In den Pumsae (Formen) kommen sie bis auf eine Ausnahme in der Form Goryeo (Koryo) gar nicht vor (hier gibt es einen Arae Yop Chagi). Einige wenige Vereine in Deutschland üben den sogenannten Chokki-Taeryon. In diesen Schulen wird mehr Wert auf tiefe Tritte gelegt.
  • Im Taekkyon gibt es viele Würfe, die jeder Taekkyonin recht früh lernt. Sie stehen genauso im Vordergrund wie die tiefen Tritte und Feger. Im Tae Kwon Do spielen Würfe eine geringere Rolle, manche Taekwondoin lernen gar nichts in der Richtung.
  • Die Taekkyon-Handtechniken (Son Jil) sind i.d.R. rund und fließend, während die TKD-Handtechniken gerade und klar voneinander abgegrenzt sind.

Die große Gemeinsamkeit der beiden Kampfarten ist, dass sie beide sehr trittlastig sind. Allerdings ist die Art und Weise, wie getreten wird, wiederum unterschiedlich. Im Tae Kwon Do wird wesentlich mehr aus dem Knie heraus “geschnappt”.

Frage: Kennt man als Taekwondo-Praktizierender (Taekwondoin) überhaupt etwas vom Taekkyon? Wie sieht es in Korea aus?

Antwort: Als Taekwondoin lernt man kein Taekkyon, da die beiden Kampfarten nur sehr wenige Gemeinsamkeiten haben. Taekkyon basiert auf dem tänzerischen Grundschritt Pum-Balkki (und zwar immer, sonst ist es kein Taekkyon), den es im TKD nicht gibt.

Die Bewegungslehren, Grundlagen und Prinzipien der beiden Kampfarten sind vollkommen unterschiedlich. Das gilt auch für Korea, allerdings gibt es dort viele Meister, die im Laufe ihrer (beruflichen) Karriere mehrere Kampfarten praktizieren. Da es in Korea wesentlich mehr Taekkyon-Schulen als in Deutschland gibt und wesentlich mehr Werbung gemacht wird, weiß die Allgemeinheit dort heutzutage recht gut über Taekkyon bescheid. Als ich im Wintersemester 2001/2002 in Korea war, traf ich allerdings noch auf viele Koreaner, die dachten, dass Taekkyon das gleiche wie Taekwondo sei. Noch heute behauptet die WTF und das Kukkiwon auf ihrer Webseite, dass Taekkyon der direkte und einzige Vorfahre des Taekwondo sei:

The martial art Taekkyondo (Taekwondo) had been secretly handed down only by the masters of the art until the liberation of the country in 1945. [...] [Song Dok-ki], the afore-mentioned master of Taekkyondo, presented a demonstration of the martial art before the first Republic of Korea President Syngman Rhee on the occasion of the latter’s birthday anniversary, thus clearly distinguishing Taekwondo from the Japanese karate which had been introduced by the Japanese rulers.

Das Kukkiwon hängt an Taekkyon einfach die Silbe -do an und setzt dann Taekwondo dahinter in Klammern, um eine Ähnlichkeit zu suggerieren und benutzt Taekkyon dann synonym zu Taekwondo. Was will man dazu noch sagen?

Song Dokki (andere Schreibweise: Song Duk-ki) hatte nichts, aber auch einfach gar nichts mit Tae Kwon Do zu tun. Das gleiche gilt auch für seinen Lehrer Im-Ho und alle anderen seiner Trainingskameraden. Er hat dem Präsidenten an dessen Geburtstag am 26. März 1958 zwar tatsächlich eine Demonstration gegeben – aber das war Taekkyon.

Frage: Macht es überhaupt Sinn, ohne Taekwondo-Erfahrung mit dem Taekkyon zu beginnen?

Antwort: Da Taekkyon nicht auf dem TKD basiert und TKD auch nicht auf dem Taekkyon, kann man ohne Vorerfahrung in beide Kampfarten einsteigen. Im Taekkyon wird man als Grundlage Techniken und Schritte lernen, die im TKD völlig unbekannt sind. Natürlich hat man es später leichter, wenn man bereits einige Kampftechniken beherrscht. Das gilt aber für alle Kampfsportarten: Wer zum Beispiel vom Karate ins Kickboxen wechselt, wird dort auch von seiner Karate-Erfahrung profitieren.

Wer bereits TKD kann, wird bei den hohen Tritten im Taekkyon in der Regel schneller voran kommen – aber auch hier gibt es Ausnahmen. Ich hatte schon ehemalige Taekwondoin als Schüler, die sich mit den Taekkyon-Tritten und -Schritten sehr schwer taten. Andererseits gibt es auch Nicht-Taekwondoin, die Taekkyon sehr schnell erlernen.

Auf die Lerngeschwindigkeit kommt es aber auch gar nicht an, denn Taekkyon ist eine lebenslange Aufgabe. Es zählt nicht der Vergleich mit anderen (wenngleich der Wettkampf im Taekkyon traditionell eine große Rolle spielt), sondern die innere Zufriedenheit.

Zur Geschichte des Tae Kwon Do und warum der olympische Taekwondo Weltverband WTF (bzw. das Kukkiwon) diese immer noch fälscht, sind folgende Texte zu empfehlen (chronologisch geordnet)

Auch interessant in diesem Zusammenhang:

– Autor dieses Artikels: Hendrik Rubbeling (erste Version: 27.12.2012, überarbeitet 27.04.2013)

,

No Comments

Artikel in der “Taekwondo Aktuell”

In der aktuellen Ausgabe der “Taekwondo Aktuell” (Dezember 2012) ist dieser vierseitige Artikel über die diesjährigen Lehrgänge in Deutschland mit Großmeister Lee Yongbok sowie das Turnier in Versailles (Frankreich) erschienen. Auch ein Interview mit Lee Yongbok ist enthalten. Viel Spaß beim Lesen!

No Comments

Informationen für Neueinsteiger

Dieses pdf-Dokument enthält Informationen zum Ablauf unseres Trainings im Jung-Do Hamburg e.V. sowie die wichtigsten Begriffe. Kann man sich auch gut ausdrucken ;-)

Informationen für Neueinsteiger (pdf)

No Comments

Wettkampfregeln der Korea Taekkyon Federation (Kurzfassung)

Ziel des Kampfes

Man gewinnt einen Wettkampf, wenn

1) …man den Gegner zu Fall bringt. Er muss dazu mit einem Körperteil oberhalb der Füße den Boden zu berühren.

2) …man den Gegner mit dem Fuß am Kopf trifft, ohne dass er das Trittbein festhalten kann.

3) …man den Gegner mit einem Sprungtritt zwei Schritte zurückdrückt oder aus der Balance bringt.

Nach einer Siegtechnik endet der Kampf bzw. die Runde sofort. In manchen Turnieren gibt es ein Zeitlimit, in anderen wird so lange gekämpft, bis ein Kämpfer gewinnt.

Regel 1) und 2) gelten übrigens in allen Verbänden, da dies die traditionellen Regeln aus der Joseon-Dynastie sind. Die meisten der anderen Regeln der KTF entsprechen ebenfalls den traditionellen Regeln. Alle Verbände haben in der Moderne Regeländerungen vorgenommen.

Erlaubte Techniken

Um zu gewinnen, darf man Fuß- und Beintechniken aller Art anwenden, solange man darauf achtet, den anderen nicht zu verletzen und in den Knien zu wippen (Gumsil).

Bei Tritten zu den Beinen darf man auch schiebende bzw. schubsende Handtechniken zur Unterstützung anwenden.

Der ganze Körper mit Ausnahme des Unterleibs darf angegriffen werden, solange keine verletzenden Techniken angewendet werden.

Man darf das Bein des Gegners ergreifen, um ihn zu werfen, wenn er es über Gürtelhöhe hebt, z.B. weil er einen Tritt ausführt. Die Hände dürfen zur Abwehr und zum Fangen von Tritten verwendet werden.

Es sind nur drückende Handtechniken mit der offenen Hand erlaubt. Diese dürfen zum Beispiel zur Brust (Tte Milgi), zur Stirn (Ima Jaegi) oder zum Hals (Kal Jaebi) ausgeführt werden.

Fouls

Verletzt man den Gegner, verliert man den Kampf sofort.

Verboten sind darüber hinaus folgende Techniken:

1) Techniken, die den Gegner verletzen könnten, z.B. mit Ellbogen, Ferse, Kopf, Faust. Man darf auch nicht mit erlaubten Techniken auf vitale Punkte treffen.

2) Handtechniken, die weder in Verbindung mit einem Tritt zu den Beinen erfolgen, noch als Konter eingesetzt werden.

3) Jegliches Umklammern des Gegners oder seiner Kleidung.

Man kann die Regeln kurz damit zusammen fassen, dass alle weichen Techniken (Yu Sul) erlaubt sind, während Schocktechniken (Ta-gyeok) verboten sind.

Strafe

Ein Foul kann eine Verwarnung (Ju-ui, Aussprache etwa Jui) oder eine Strafe (Gyeotkki, Aussprache etwa Gyotgi) nach sich ziehen.

Wird eine Gyeotkki-Strafe ausgesprochen, stellen sich die beiden Sportler Knie an Knie. Der Sportler, der den Gyeotkki erhalten hat, belässt beide Füße auf dem Boden und wartet, bis der Gegner seinen Angriff startet. Dies muss innerhalb von 10 Sekunden geschehen. Er darf sich gegen den Angriff verteidigen, aber nicht kontern.


Ein Foul wird ausgesprochen bei

…Mangelnder Fairness (daejeob-eul haji aneul ttae). Dazu gehört insbesondere, dass man immer einen Fuß zum Gegner hin postieren muss (Daejeop). Es ist auch verboten, den Abstand zum Gegner bewusst auf mehr als eine Schrittlänge zu vergrößern, da man sich dann außerhalb der Reichweite des Gegners befindet und somit kein richtiger Wettkampf entstehen kann.

…Passivität (sogeuk-jeogin gyeonggi)

…Ta-gyeok (Schock-Treffer, tagyeok-seong baljil)
1. mit verboten Angriffsflächen (Kopf, Ellenbogen,
Ferse…)
2. zu verbotenen Zielen (vitale Punkte)
3. ohne gumshil

…Sonjil (sonjilsayong gyuje)
1. deolmi-geori, deolmi-jaebi und pal-kkumchi-nureugi
2. ohne Ttanjuk
3. Sonjil, die keine Konter sind

…Werfen während des Haltens (but-jaba neomgineun haengwi)
1. Kleidung oder Körper (Arm, Handgelenk) greifen
2. die Arme um den Gegner legen um ihn zu werfen

…Vortäuschen von Schmerzen (eomsal haengwi)

…Unerwünschtes Verhalten(baramjik-haji aneunhaengwi)

…Gyeotkki Foul (gyeotkki-e daehan banchik)
1. seine Füße wegbewegen
2. den Angriff kontern
3. den Angriff behindern (blocken ist erlaubt)

 

Die wichtigsten Schiedsrichter-Kommandos

Achtung = Charyot

Verbeugen = Gyeongnye

Schritt nach vorne machen = Seo Geo Ra (wörtlich “steh auf”)

Start = Seot Da (wörtlich “ich bin aufgstanden”)

Unterbrechung (“Stop”) = Meom Chwo (멈춰, vereinfacht “Mom Cho”)

Weiter = Gye Sok (계속)

Kampfende = Geuman

Sieg = Seung (vereinfacht “Seng”)

Unentschieden = Bigim

Verwarnung = Jui

Strafe = Gyeotkki

Schiedsrichter = Simpan

Cheong (blau) steht rechts vom Simpan, Hong (rot) steht links. Cheong beginnt den Kampf stets mit einem Hakji Jireugi. Der Sieger des letzten Kampfes ist immer Cheong und steht dementsprechend rechts.

No Comments

Stimmen zum 1. Seminar mit Großmeister Lee Yongbok

Es war ein ganz besonderes Seminar. Am 27. Juni 2012 gab Großmeister Lee Yongbok (9. Dan Taekkyon. 9. Dan Tae Kwon Do, geboren 1948) zum ersten Mal überhaupt ein Seminar außerhalb Koreas. Danach ging es nach Versailles (Frankreich) zum ersten Taekkyon-Turnier der Geschichte auf nicht-koreanischem Boden. Es war also wieder ein historisches Jahr, das kann man jetzt schon sagen.

Hier einige Stimmen der Teilnehmer:

Maik Löhr:
“Ich war überwältigt. Noch tagelang musste ich an die Worte von Großmeister Lee denken. In 28 Jahren mit Taekwondo und Hapkido habe ich schon viele Seminare erlebt, aber nie habe ich in nur drei Stunden so viel mitgenommen wie diesmal. Ich fühle mich geradezu erleuchtet.”

Jens Burk-Saß:
“Mir hat das Seminar sehr gut gefallen. Vor allem fand ich gut, dass viel erklärt wurde und die Techniken detailliert und mehrfach gezeigt wurden. Dadurch wurde auch der Unterschied zu anderen Kampfkünsten sehr deutlich.”

Maximilian v. Gerdtell:
“Das Seminar bei Meister Lee Yongbok hat mich beeindruckt, ich wollte dieses koreanische Flair erleben, und genau das kam auch rüber. Ich hatte ursprünglich bei Meister Suh und Meister Gu an der Uni Taekwondo gelernt, und schätze diese Art des konfuzianisch angehauchten Trainings, bei dem der Meister das absolute Sagen hat. Für mich gehört das bei dieser Kampfkunst dazu, ebenso wie die koreanische Sprache, obwohl ich leider kaum die Zeit habe, diese zu lernen.

Beeindruckend fand ich bei dem Seminar auch die beiden anderen koreanischen Meister (Moon Youngcheol und Kim Soonee), insbesondere die Formen, sowie die Kombination mit dem gesungenen Lied. Da kam die ganze koreanische Tradition rüber, etwas was es beim Muay Thai, oder beim Sumo noch gibt, aber beim Taekwondo leider kaum und immer weniger vorkommt.”

Martin Sontheim:
“Mit den folgenden Worten möchte ich kurz die Erlebnisse des ersten europäischen Seminars mit Meister Lee Yong Bok beschreiben. Das Fazit vorweg: Es war voll cool, mir hat es sehr gefallen!

Es gab eine Einsicht in die Koreanische Kultur, wie auch ins Taekkyon, was direkt zusammenhängt. Wir hatten ein Treffen der Kulturen und Meister Lee Yong-Bok kam sozusagen als koreanischer Botschafter (auf Ebene des Volkes, nicht der Politik). Er hat über die wichtigsten und grundlegenden Dinge gesprochen: Taekkyon im kulturellen Kontext, mit Hinweisen auf Geschichte, Volkstanz, der Hintergrund, dass es nicht ums brutale Kämpfen geht (denn dafür würde man Waffen nutzen), sondern um eine ehrenhafte Art des sich Messens, sowie die Abgrenzung zu den anderen Kampfsportarten/Kampfkünsten. Hier und auch durch Meister Lee’s Überblick über die Techniken, habe ich den Eindruck gewonnen, dass Taekkyon auch eine Kampfkunst ist, nicht ausschließlich Sport.

Grundlegende Technik ist Pumbalkki! Das ist sehr schön rüber gekommen. Gumshil im Wechsel mit Neungcheong (“strecken”). Dieser Wechsel erlaubt die Wertung des Anderen (Partner) und gemeinsames Wachsen/Besserwerden durch Üben, und zwar verletzungsfrei. So erlaubt die korrekte Ausübung des Taekkyon auch einen guten, fairen Wettkampf. Durch die Erklärungen Meister Lee´s ist das Verfahren beim Taekkyon klar geworden: Man führt im Wechsel eine Rückzugaktion und Angriffsaktion aus (wobei der Rückzug bereits die Vorbereitung für den Angriff ist). Wenn man viel geübt hat, wird es möglich sein, ohne zu denken, also spontan, gute Aktionen zu bringen. Das ist ein wenig wie Impro-Theater. Das ist Kunst! Expression von etwas, das einem innewohnt.

Im letzten Drittel des Seminars gab es eine Präsentation über weitere Inhalte des Taekkyon: Einige Formen inkl. der “Bonttae” und der Atemform “Yeondan 18 Su” sowie ein altes Gedicht, welches mit demselben Atemrythmus gesungen wird, der auch in der Atemform anzuwenden ist. Mir ist da nochmal klar geworden, dass wir es beim Taekkyon mit Jahrhunderte alter Kultur zu tun haben. Kein Wunder, dass es kurz zuvor UNESCO-Weltkulturerbe geworden ist.

Insgesamt war dieses Seminar eine höchst wertvolle Erfahrung, ein ganz besonderer Tag für alle Beteiligten, denke ich. Ich hoffe, dass zukünftig öfter Seminare in Deutschland stattfinden werden.”

Zum Schluss das Gruppenfoto mit Taekkyon-Großmeister Lee Yongbok:

No Comments

‎1. Taekkyon-Seminar beim Yong Verein Wolfenbüttel e. V. (Taekwondo-Verein)‎

Am Freitag, den 28.9.2012 fand zum ersten Mal ein Taekkyon-Seminar bei den Taekwondoin in Wolfenbüttel statt. In drei Stunden lernten die Teilnehmer einige Taekkyon-Grundlagen wie den tänzerischen Grundschritt Pumbalkki sowie einige Wettkampfkombinationen (Tritte fangen mit anschließenden Würfen). Referent war Hendrik Rubbeling (Leiter des Taekkyon Zentrum Deutschlands).

1 Comment

Taekkyon-Seminar mit Großmeister Lee Yong-bok in Hamburg

Taekkyon-Seminar mit Großmeister Lee Yong-bok in Hamburg

Am 27. Juni (Mittwoch), findet in Hamburg ein Taekkyon-Seminar mit Großmeister Lee Yong-bok (9. Dan) statt. Beginn ist um 18:00, Ende um 21:00.

Lee Yong-bok wird von einem Team weiterer Meister der Korea Taekkyon Federation unterstützt.

Das Seminar ist geeignet für alle, die etwa ein Jahr Erfahrung in Kampfkunst oder -sport haben. Es wird vom Jung-Do Hamburg e.V. ausgerichtet.

Der Kostenbeitrag beträgt 30 Euro und ist bis zum 20. Juni auf das Vereinskonto zu überweisen (die Bankverbindung gibt es per E-Mail).

Adresse der Turnhalle:
Auf dem Königslande 24
22041 Hamburg

Die maximale Teilnehmerzahl beträgt 28. Es wird nach der Reihenfolge der Anmeldung vorgegangen.

Anmeldungen bitte an Hendrik Rubbeling  per E-Mail unter info@taekkyon.de oder telefonisch unter 01577 3846768.

Großmeister Lee Yong-Bok

1 Comment